Die Bayerische Trachtenjugend – Geschichte und Entwicklung der Jugendarbeit im Bayerischen Trachtenverband e. V.
125 Jahre Trachtenvereine in Bayern, das bedeutet gleichzeitig auch: nahezu 125 Jahre Jugend und Tracht in Bayern! Ein langer Zeitraum, in der sich unsere Jugendarbeit in den Vereinen und im Verband stark weiterentwickelt hat.
Die heutige Bayerische Trachtenjugend, als die Jugendorganisation des Bayerischen Trachtenverbandes e.V. gliedert sich in Vereinsjugendgruppen, jeweilige Gaujugend und Bayerische Trachtenjugend. In 1000 Vereinen in allen bayerischen Regierungsbezirken bilden Kinder und Jugendliche die Vereinsjugend. In Volkstanz- und Schuhplattlergruppen, Theatergruppen und Musikgruppen verbringen hier 105.000 junge Menschen ab dem 6. Lebensjahr Woche für Woche mindestens für ein paar Stunden ihre Freizeit. Oftmals findet der Nachwuchs der bayerischen Trachtler sogar bereits früher mit Geschwistern oder Eltern den Weg zu unseren Gruppenstunden. Wir, die Bayerische Trachtenjugend - Jugend im Bayerischen Trachtenverband e.V. gehören damit in unserer Selbstständigkeit zu den 7 größten, öffentlich anerkannten Jugendverbänden in Bayern. Wir geben uns eine eigene Ordnung, wählen unsere Gremien unabhängig und verfügen über unsere finanziellen Mittel in eigener Verantwortung. Als Jugendorganisation des Bayerischen Trachtenverbandes e.V. verfolgen wir natürlich die gleichen Ziele wie unsere Erwachsenenorganisation - die Pflege bayerischen Brauchtums und der bayerischen Kultur in ihrer ganzen Vielfalt, von den Alpengipfeln im Süden bis zu den fränkischen Weinbergen, von der Allgäu-schwäbischen Iller bis zum Bayerischen Wald. Damit verbunden fühlen wir uns in unserer verbandlichen, gesellschaftlichen und internationalen Arbeit natürlich auch den Prinzipien der Demokratie, Humanität, Gemeinnützigkeit, Toleranz, Solidarität, Pluralität und Ganzheitlichkeit verpflichtet. Die Bayerische Trachtenjugend verfolgt diese Ziele nicht mit dem verklärten Blick auf die vermeintlich "gute, alte Zeit". Durch die Weitergabe der auf dem christlichen Glauben beruhenden Werte unserer bayerischen Lebensart, vermitteln wir unseren Jugendlichen Verantwortungsbewusstsein für ihre Mitmenschen in der funktionierenden Dorf- und Vereinsgemeinschaft. In der immer enger zusammenwachsenden Welt bietet die bayerische Identität eine Heimat, ohne sich den europäischen Nachbarn verschließen zu müssen. Mit dem bewussten Ausleben der bayerischen Eigenarten wirbt die Bayerische Trachtenjugend zugleich für Verständnis für die Eigenheiten andere Nationen, die deren Angehörige nicht ablegen können und wollen. Um diesen hochgesteckten Zielen gerecht zu werden bildete sich die Bayerische Trachtenjugend als Jugendverband innerhalb der Trachtenbewegung. Wir verstehen uns als Form der selbstständigen und eigenverantwortlichen Organisation von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Rahmen der Satzung des Bayerischen Trachtenverbandes e. V. Die Trachtenbewegung ist ein generationsübergreifendes Sammelbecken für all diejenigen, die sich mit der zunehmenden Individualisierung der Gesellschaft nicht abfinden wollen und so ihren Beitrag für das Miteinander über die Altersgrenzen hinweg in der Dorf- und Vereinsgemeinschaft leisten wollen. Als Mitglied des Bayerischen Jugendringes blickt die Bayerische Trachtenjugend aber auch über den Tellerrand der Brauchtumspflege hinaus: als einer der größten, anerkannten Freien Träger der Jugendhilfe in Bayern, nehmen wir auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene teil, an der Gestaltung der Lebensbedingungen für junge Menschen in Bayern. Oberste Ziele der Bayerischen Trachtenjugend sind:
- • Verbreiten, Mitgestalten und Erhalten örtlichen und heimatlichen Brauchtums, insbesondere der bodenständigen Tracht, dem heimischen Musik- und Kulturgut, der Mundart und dem Laienspiel, der bodenständigen Tanzformen und der funktionierenden (örtlichen) Gemeinschaft mit ihren Traditionen und Werten.
- • Zur Verfügung stehen, als kompetente Partner in Fragen der Kultur- und Brauchtumsarbeit, vor Allem auch bezogen auf attraktive und sinnvolle Jugendarbeit auf diesem Gebiet.
- • Einen Beitrag leisten, zur Entwicklung junger Menschen zu selbstbestimmten, selbstbewussten und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten.
- • Vertreten der Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aktiv und wirksam innerhalb und außerhalb des Verbandes, dazu gehört auch die Vertretung jugendpolitischer Interessen der Mitglieder unter Anderem durch die aktive Mitarbeit im Bayerischen Jugendring.
- • Aufmerksam machen, auf gesellschaftliche Probleme und aktiv zu deren Lösung beitragen.
Geschichte der Bayerischen Trachtenjugend Bis zu Beginn der sechziger Jahre beschränkte sich die Jugendarbeit bei den Trachtlern auf die Vereins- und in geringem Umfang auf die Gauebene. Oftmals wurde sogar auf die Wahl eines Jugendvertreters verzichtet, da diese Tätigkeit von den Vorplattlern mit übernommen wurde. Erst allmählich setzte sich die Erkenntnis durch, dass Jugendarbeit sich nicht auf das Erlernen von Schuhplattlern und Tänzen beschränkt, sondern größere Anforderungen an die Verantwortlichen stellt. Einige Pioniere der Jugendarbeit erkannten auch die Möglichkeit, welche die Mitgliedschaft im Jugendring mit sich brachte und drängten daher auf eine vernünftige Organisation der Trachtenjugend. Besonders zu erwähnen sind hierbei Hans Zapf, Toni Gilitz, Sepp Graf und Willi Faltenbacher. Auf Einladung des damaligen Vereinigtenjugendvertreters Hans Zapf trafen sich im Jahre 1966 30 Jugendleiter aus verschiedenen Vereinen und Gauen im Jugendheim Ebersberg zu einer gemeinsamen Schulung. Weitere Treffen dieser Art fanden in den Folgejahren in Aschau und Hammer statt. Obwohl diese Veranstaltungen gut besucht waren und den Beteiligten viele positive Erkenntnisse vermittelten, zeigte sich bald, dass die rein zufällige Zusammensetzung dieses Gremiums nicht die geeignete Organisationsform für eine Vertretung gegenüber dem Bayerischen Jugendring war. Hans Zapf, Willi Faltenbacher und Dieter Kübler setzten dann die jährlichen Treffen der Gau- und Bezirksjugendvertreter (Vereinigung links der Donau) in die Praxis um. Widerstände gab es hierbei zum Teil innerhalb der eigenen Reihen; so wurde im Rahmen der Jahrestagung der Vereinigten Bayerischen Trachtenverbände in Immenstadt ein Jugendvertreter eines Gauverbandes als Delegierter abgesetzt, weil der Gauvorstand mit einem von der Jugend gefassten Beschluss nicht einverstanden war. Verschiedene sahen damals in den Jugendvertretern eine gewisse Konkurrenz zu den Gauvorständen und glaubten die Befugnisse der Jugendvertreter beschränken zu müssen. Hierbei wurde allerdings verkannt, dass die Eigenständigkeit der Jugend auf einer Forderung des Bayerischen Jugendringes beruhte und nicht einem Anspruchsdenken der Jugendvertreter entsprang. Ein besonders schwieriger Punkt war die Vertretung der Trachtenjugend im Bayerischen Jugendring. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Leistung von Willi Faltenbacher und seiner Frau Resi, welche fast einmal wöchentlich zum Bayerischen Jugendring fuhren und die Jugendleiter stets über alle Vorgänge unterrichteten. Mancher Gaujugendvertreter hat damals über die Papierflut, welche Willi Faltenbacher über sie ergoss, gestöhnt. Das Sammelvertretungsprinzip des Bayerischen Jugendringes erforderte auch eine Einigung der Jugendorganisationen der beiden Trachtenverbände in Bayern. Die Gründung der ARGE Trachtenjugend wurde mit Argusaugen verfolgt, da manche hierin die Grundlage für den Zusammenschluss der beiden Verbände sahen. Aufgrund der gescheiterten Verhandlungen in den fünfziger Jahren bestand in den Siebzigern bei den Gauverbänden keinerlei Bereitschaft zu einem Zusammenschluss mit dem Landesverband. Die Zweckehe mit der Trachtenjugend des Landesverbandes in der ARGE wurde von beiden Seiten wohl nur unter dem sanften Druck des Bayerischen Jugendringes eingegangen. Besondere Verdienste um das Funktionieren dieser Zweckgemeinschaft erwarben sich auf der Seite der Vereinigten Bayerischen Trachtenverbände Innozenz Sollinger und auf Seiten des Landesverbandes Günther Tschirner. Während die Zusammenarbeit der Gaujugendvertreter innerhalb der Vereinigten Bayerischen Trachtenverbände – jetzt Bayerischer Trachtenverband – unter ihren Vorsitzenden Hans Zapf, Willi Faltenbacher, Peter Rambach und Franz Mayr stets reibungslos funktionierte, gab es im Bereich der ARGE immer wieder Spannungen und Störungen, welche sich mit der Anerkennung als Großverband vermehrten. Seit 1994 nennt sich die Jugend der Vereinigten Bayerischen Trachtenverbände die Bayerische Trachtenjugend. Sie ist heutzutage eine selbstbewusste, eigenständige Organisation innerhalb des Bayerischen Trachtenverbandes e.V., welche in ihrer Arbeit die gleichen Ziele wie der Erwachsenenverband verfolgt. Eine ganze Reihe ehemaliger Gaujugendvertreter hat bis heute im Laufe der Jahre die Verantwortung als Gauvorstand übernommen. Beispielhaft seien hier Sepp Mayer, Georg Mangold, Gerhard Hinterbrandner, Florian Echtler und Franz Mayr genannt. Diese enge Verbindung zwischen Jugend und Erwachsenen ermöglichte im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung der Gaujugendvertreter und Gauvorstände 1991 in München die erstmalige Erhebung eines Jugendbeitrages von den Vereinen. Besondere Erwähnung in der jungen Geschichte der Bayerischen Trachtenjugend verdient das große ehrenamtliche Engagement aller Beteiligten. Sowohl in der Anfangszeit, als Zuschüsse nur spärlich bzw. gar nicht flossen, wie auch heute wo eine Vielzahl von Verwaltungsaufgaben zu verrichten sind, wurden diese bei der ehemaligen Vereinigten- bzw. dann Bayerischen Trachtenjugend und der Landesverbands-Trachtenjugend zu einem großen Teil ehrenamtlich erledigt. Eine bewundernswerte Leistung der Verantwortlichen der Trachtenjugend in Bayern. Besonders erwähnt werden muss hier die Organisation und Durchführung der Bayerischen Trachtenjugendtage, 1986 in Regensburg, 1994 in Weilheim, 2001 im Zirkus Krone, in München und natürlich 2007 in Altusried, auf den später nochmals kurz eingegangen wird. Der Bayerische Trachtenjugendtag, am 03.November 2001, im Zirkus-Krone-Bau in München, hat vor allem die Lebendigkeit und Vielfalt des bayerischen Brauchtums, vom Schuhplattler über Volkstanz, Volkslied, Volksmusik oder Mundart der Öffentlichkeit näher gebracht. Zu Beginn mit einem katholischen Jugendgottesdienstes und Gruppen aus allen 17 Gauverbänden mit über 900 Mitwirkenden und Betreuern wurde die große Bandbreite der Kulturpflege aus all unseren Regionen Bayerns in hervorragender Weise und Disziplin den 2000 Besuchern vorgestellt. Besondere Bedeutung hat diese Veranstaltung auch, da sich der Bayerische Trachtenverband e.V. und der Landesverband Bayerischer Heimat- und Volkstrachtenvereine e. V., nach mehreren gescheiterten Versuchen im Verlauf der Jahre, inzwischen für eine Verschmelzung zu einem Bayerischen Trachtenverband ausgesprochen und dieser zugestimmt hatten, mit der Folge, dass es ab diesem Zeitpunkt dann nur noch eine Jugendorganisation mit dem Namen Bayerische Trachtenjugend gab: Die neue Generation der beiden Verbands-Jugendvorstandschaften, unter der Leitung von Klaus Reitner, dem Landesjugendvorsitzenden der Bayerischen Trachtenjugend und dem Landesverbands-Jugendvorsitzenden Sepp Held, ergriff im Vorfeld, Ende 1999 / Anfang 2000, erneut die Initiative und besprach das „Für und Wider“ einer Verbandsvereinigung. Die „Erwachsenen“-Verbandsvorsitzenden Otto Dufter und Peter Leonhard mit ihren Vorstandschaften nutzten die Gunst der Stunde und verstanden es im Zusammenwirken mit den Jugend-Vorstandschaften mit einer verbandsdiplomatischen Meisterleistung die Trachtler/innen beider Verbände von einer Vereinigung zu überzeugen. Ihre fast zweijährigen Bemühungen wurden erst von der Jugend – dann folgend von den Erwachsenen mit einem überragenden „Ja“ der Delegierten zur Verschmelzung beider Verbände zum „Bayerischen Trachtenverband“ belohnt. Im Jahre 2002 wurde dieses trachtenhistorische Ereignis mit einem symbolischen Festakt im Bayerischen Landtag in Anwesenheit von Staatsminister Hans Zehetmair und dann im fränkischen Kloster Banz in eindrucksvoller Art und Weise besiegelt. Ungezählte Telefonate, zahlreiche Gespräche und Sitzungen absolvierten im Jugendbereich die beiden Vorsitzenden Klaus Reitner und Sepp Held mit ihren Vorstandschaften. Besprechungen beim Bayerischen Jugendring wurden außerordentlich erfolgreich absolviert, stieß man doch gerade hier mit diesem, auch in jugendarbeiterischer Hinsicht, Großvorhaben auf offene Ohren, ja auf echte Begeisterung und schließlich wurde dann auch die bisherige Mitgliedsorganisation im Bayerischen Jugendring (Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Trachtenjugend) einstimmig aufgelöst. Die Bayerische Trachtenjugend ist nun als ein Jugendverband im BJR geführt und als Großverband mit 2 Delegierten im Hauptausschuss vertreten. Mit voller Unterstützung der BJR- Verantwortlichen (sowie des Bayer. Staatsministeriums für Unterricht und Kultus) wurden die Formalitäten zur Übernahme des seit 1987 wirkenden landesweiten Jugendkulturreferates und einer Halbtages-Geschäftsstelle abgewickelt, „ZPL-Mittel“-Zuteilungen abgesprochen und letztendlich die umfangreichen Verhandlungen erfolgreich mit den Unterschriften des Verbandsvorsitzenden Otto Dufter, des Landesjugendvorsitzenden Klaus Reitner, sowie der BJR- und Ministeriums-Verantwortlichen abgeschlossen. Besetzt war die Stelle des Jugendkulturreferenten zu dieser Zeit von Erich Auer, der inzwischen leider aufgrund einer schweren Erkrankung nicht mehr im Stande ist, diese Aufgabe zu erfüllen. Im Laufe seiner langjährigen Tätigkeit hat Erich Auer aber die Entwicklung der Jugendarbeit, zu der Form, in der sie auch heute noch zum großen Teil betrieben wird, nicht nur in den Trachtenvereinen und im Trachtenverband, sondern im gesamten Bayerischen Jugendring entscheidend mit beeinflusst und verdient dafür unseren besonderen Dank und unsere Anerkennung! Seit September 2006 ist die Stelle des Grundsatzreferenten (Stellenbezeichnung seit Juli 2008 geändert zum Geschäftsführer) der Bayerischen Trachtenjugend nun mit Stefan Tauber, selbst seit über 25 Jahren Trachtler beim Trachtenverein „D’Labertaler“ Beratzhausen, besetzt. Sein Arbeitsplatz befindet sich seit Ende 2007 in der Geschäftsstelle der Bayerischen Trachtenjugend, die ihren Sitz im Hauptgebäude des „Haus der Bayerischen Trachtengeschichte und Trachtenkultur“ in Holzhausen hat. Die Eröffnung dieser Geschäftsstelle stellt einen Höhepunkt in der Entwicklung unserer Jugendarbeit im Bayerischen Trachtenverband dar: endlich verfügt die Bayerische Trachtenjugend dort über ihre lang ersehnte "Schaltzentrale", über die nun alle Informationen laufen, dort gesammelt, archiviert, verarbeitet und entsprechend weiterverteilt werden! Gleichzeitig ist dort nun auch die richtige Anlaufstelle, für alle an der Brauchtums- und Jugendarbeit des Bayerischen Trachtenverbandes interessierten, an die sich diese mit ihren Fragen, Problemen und / oder Vorschlägen wenden können! In direkter Nachbarschaft zur Geschäftsstelle soll in Zukunft dann auch die geplante Jugendbegegnungsstätte der Bayerischen Trachtenjugend entstehen, eine eigene Bildungsstätte, als Ausgangsbasis für die landesweite Jugend- und Mitarbeiterbildungsarbeit der Bayerischen Trachtenjugend. Die ersten „Probeläufe“ des aktuellen und zeitgemäßen Bildungsprogramms der Bayerischen Trachtenjugend fanden, bzw. finden heuer, in 2008, statt. In Zukunft soll damit eine landesweite, zertifizierte Ausbildung der Mitarbeiter und Verantwortlichen in der Jugendarbeit des Bayerischen Trachtenverbandes gesichert werden, als Voraussetzung, für in Zukunft hoffentlich erweiterte Fördermöglichkeiten, nicht nur durch den Bayerischen Jugendring bzw. den Freistaat, aber vor Allem auch als Basis, für eine Qualifizierte, den immer stärker wachsenden Ansprüchen entsprechende Jugendarbeit! Parallel zu diesen Baumaßnahmen verwirklicht die Bayerische Trachtenjugend, eigenständig und finanziell unabhängig von der "Gesamtmaßnahme Holzhausen" des Erwachsenenverbands, ihr eigenes Projekt "Jugendzeltplatz Holzhausen": auf 2500m² entsteht ein Zeltplatz für ca. 150 Jugendliche, inkl. Aufenthaltsgebäude mit Küche und entsprechenden Sanitäranlagen. Von der Konzeption, bis hin zur Durchführung, ist das Vorhaben als ein großes Jugendbeteiligungsprojekt angelegt und wird durch Josef Probst, dem ehemaligen 2. Landesjugendvorsitzenden der Bayerischen Trachtenjugend, angeleitet. Einer, der Hauptzwecke dieses Projekts, ist es, die Stärkung des Brauchtums und des Zusammenhaltes unter den verschiedenen Gauen zu fördern und zu festigen. Die jungen Trachtler haben dort die Möglichkeit, sich an den Wochenenden zu treffen und sich, ohne Programm, unter Anderem in Schuhplattler, Tanz und Musik auszutauschen! Ein weiterer, herausragender Höhepunkt in der Geschichte der Bayerischen Trachtenjugend stellt das "Kultur- und Brauchtumswochenende der Bayerischen Trachtenjugend 2007" in Altusried dar! Zusammen mit vielen Helfern, ohne die eine Maßnahme solchen Ausmaßes gar nicht denkbar wäre, blicken wir, die Bayerische Trachtenjugend, mit großer Zufriedenheit auf diese Veranstaltung (09.-10. Juni 2007) zurück. Von einer „Sommermärchen-Demonstration der angenehmsten Art“, sprach danach auch Landesvorsitzender Otto Dufter vom Bayerischen Trachtenverband nach einem mit mehreren Tausend Jugendlichen auf der Freilichtbühne von Altusried im Allgäu gefeierten Gottesdienst. Und Diözesan-Jugendpfarrer Florian Wörner ergänzte in seiner Predigt: „Der Gottesdienst mit einer eigens einstudierten Volksmusikmesse sowie Euer Dasein und Mitfeiern sind Zeugnis, dass wir einen Gott haben, der da ist“, so der Geistliche, der in Eschenlohe in seiner Jugendzeit selbst als Trachtler und Volksmusikant aktiv war. Weiter ermahnte er die große Trachtenschar aus allen 25 bayerischen Trachtengauverbänden. „Wenn das Leben gottlos ist, dann wird es gnadenlos und letztlich ist nichts mehr los in unserem Leben. Erwehren wir uns der Gleichmacherei und Gleichgültigkeit und stehen wir auf für den Tag des Herrn als Auftakt in die Woche und für den Glauben“. Beifall für den Pfarrer sowie für die Verantwortlichen der Bayerischen Trachtenjugend mit Klaus Reitner aus Vagen an der Spitze zeugte davon, dass die eindringlichen Worte gut ankamen. Mit einem zweitägigen Tages- und Abendprogramm, mit Bühnenauftritten von über 1.000 Trachtenjugendlichen, mit einer Ausstellung zum Inhalt in der Brauchtumspflege sowie mit einem festlichen Umzug, der zwei Stunden vom Bayerischen Fernsehen direkt übertragen wurde, demonstrierten wir, die Bayerische Trachtenjugend, wenige Tage nach den Massenkundgebungen von Heiligendamm, dass es auch ohne Sicherheitskräfte und Ausschreitungen möglich ist, auf sich aufmerksam zu machen. „Das, was nach jahrelanger Vorbereitung beim Festzug mit rund 6.000 Dirndl und Buam sichtbar wurde, ist mehr als die Pflicht, es ist ein Bekenntnis“, so Festleiter Franz Merk, Chiemgaus Ehren-Gaujugendwart Jakob Steiner von der Vorstandschaft der Bayerischen Trachtenjugend, sowie Oberallgäus Landrat Gebhard Kaiser und Altusrieds Bürgermeister Heribert Kammel, nach dem eindrucksvollen und ersten Kultur- und Brauchtumswochenende. Damit bedankten sie sich auch bei der überaus großen Helferschar im Bereich der Auftritte, Verpflegung, Ordnungsdienste und Quartiergeber von Altusried. Aussichten Das Vereinsleben und Ehrenamtliches Engagement sind wesentliche Bestandteile unserer aktiven Bürgergesellschaft. Die Zukunft für ein gesellschaftliches Zusammenleben liegt bei unseren Kindern. Die Trachtenvereine bei uns in Bayern tragen dafür eine große Verantwortung. Menschen ohne Heimat haben keine Zukunft, darum bewahren wir unsere Heimat und ihre Tradition für unsere Kinder. Wir, die Bayerische Trachtenjugend, unterstützt durch unsere Landesjugend-Geschäftsstelle in Holzhausen und unseren Geschäftsführers Stefan Tauber, werden uns auch in Zukunft weiterhin für die Belange unserer Jugendlichen, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Jugendarbeit im Bayerischen Trachtenverband, sowie aller jungen Menschen in Bayern einsetzen. Holzhausen, den 25.10.2008, Stefan Tauber Geschäftsführer der Bayerischen Trachtenjugend
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