Erster Jahrtag der Pastritztaler Trachtler

04.11.2018 16:28 von Hans Menzinger

„Hier im Pastritztal beim Sobauern wurde im Jahr 1966 der Heimat- und Trachtenverein „Waldlerbuam – Pastritztaler“ gegründet. Diese Inschrift findet sich auf einer Tafel auf einem meterhohen, von einem schmiedeeisernen Kreuz gekrönten Gedenkstein, der vor zwei Jahren anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Trachtenvereins eingeweiht wurde. Aus den „Waldlerbuam – Pastritztaler“ war schon lange vorher der „Heimat- und Volkstrachtenverein Pastritztaler Schafberg Furth im Wald e.V.“ hervorgegangen. Am Samstag hatte die Vorstandschaft die Vereinsmitglieder erstmals zu einem „Johrdog“ eingeladen, der am späten Nachmittag mit einer Andacht am Gedenkstein begann. Dazu konnte 1. Vorstand Beate Stoiber neben zahlreichen Mitgliedern auch Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl und Ehrenmitglied Alois Luger sowie vom Bayerischen Waldgau den Gauvorsitzenden Andreas Tax, seinen Stellvertreter Adolf Breu, Schriftführerin Regina Pfeffer und Gebietsvortänzerin Martina Münsterer begrüßen. Der Geistliche lud ein, „staad zu wern“ und innezuhalten an diesem Ort des Gedenkens, wo sich irdische und himmlische Welt überschneiden. Dieser Ort erinnere auch daran, dass Jesus Christus durch sein Leiden und seinen Tod am Kreuz den Himmel für die Menschen weit geöffnet hat.

Die Vorsitzende gedachte der Verstorbenen des Vereins, insbesondere der seit dem Gründungsfest vor zwei Jahren verstorbenen Mitglieder. Für jedes von ihnen stellten Kinder eine brennende Kerze an den Gedenkstein. Die Fürbitten trug Ulrike Hastreiter vor. Eine von ihnen lautete: „Hoamat is fier uns des hejchste Guat, aus ihr schöpfma Hoffnung, Kraft und Muat. Unser Verein hod d’Hoamat do herin im Pastritztal im Boarischen Wold, do wous uns und fül andern Leit a so guat gfold. Liaba Vatta im Himml, schau a af de, de’s ned so guad ham, de vo erahm Land vertriem und zu uns kemma san. Gib ehr wieda neien Muat und lou uns a bissl zamrucka, dann wiad alles guat. Hilf uns den Weg der Gmeinschaft weiter zu gehn, denn’s Mitanand ist nejdig, um im Woid zu bestehn.“ Nach einem Vaterunser und Gegrüßet seist du Maria erteilte Stadtpfarrer Seidl den Gläubigen den Segen und Ulrike Hastreiter beschloss die Andacht mit dem Text der Inschrift bei der Kreuzgruppe vor dem Vereinsheim: „Grenzenlos weit und so unendlich schön, ist meine Heimat mit den Tälern und Höh’n. Die Sonne, der Wind und der Himmel weißblau, am Firmament Wälder, wohin ich auch schau. Im Pastritztal sitzen, das Wasserrad hör’n, sag, welches Herz ließ sich davon nicht rühr’n? Hügel gesäumt von dem Wolkenkranz oben, hier Fällt es nicht schwer, unsern Herrgott zu loben.“ Angeführt von Fahnenträger Daniel Heitzer machte sich die Trachtlerschar dann auf den einen dreiviertel Kilometer langen Weg zum Vereinsheim in der Hammerschmiede. Nach dem gemeinsamen Essen dankte Beate Stoiber allen Mitgliedern, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten im Trachtenverein und in der Heimatpflege engagieren. Im Bayerischen Waldgau der Heimat-, Kultur- und Volkstrachtenvereinestanden sind vier Auszeichnungsstufen vorgesehen: 1. Auszeichnung für besondere Verdienste durch den Verein selbst, 2. Gau-Ehrenbrief, 3. Gau-Ehrenzeichen, 4. Gau-Ehrenmitglied. Aus den Händen der Gauvorsitzenden Tax und Breu erhielten dann Alois Lemberger, Maria Maier, Erna Mühlbauer, Anneliese Plötz, Hans Plötz, Heinrich Reimer, Pauline Schreiner und Erwin Wess für ihre Verdienste um den Verein den Gau-Ehrenbrief. Dem Verein der Pastritztaler Trachtler zollte der Gauvorsitzende abschließend ein großes Lob für die hervorragenden Leistungen sowohl als Trachtenverein mit Tanzgruppen und Goisl­schnalzern als auch in der Heimatpflege. Die Pastritztaler hätten in der Hammerschmiede nicht nur ihr Vereinsheim eingerichtet, sondern den in diesem Anwesen untergebrachten Voithenberghammer vor dem Verfall bewahrt und restauriert. Mit dem benachbarten Museumstodl mit zahlreichen Exponaten von land- und hauswirtschaftlichen Geräten vergangener Tage wurde ein museales Kleinod von überregionaler Bedeutung geschaffen. Es gebe in Bayern nur wenige Trachtenvereine, die ein derart breites Spektrum in der Pflege des Brauchtums vorweisen können, so Tax. Nach den Ehrungen sorgte Jugendleiter Andreas Stoiber mit seinem Akkordeon und Altvorstand Sepp Bauer mit der Teufelsgeige musikalisch für Stimmung. Regina Pfeffer

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