Gautreffen der Trachtenwarte des Donaugaus

16.05.2018 07:36 von Horst Brandner (Donaugau)

 

Gautrachtenwartin Waltraud Betz hatte die Trachtenwarte der Donaugau-Vereine zu einem Treffen ins Trachtenheim der Paartaler Manching eingeladen.

Bei der gegenseitigen Vorstellung der Teilnehmerinnen wurde deutlich, dass viele auch gleichzeitig in ihrem Verein Inventarverwalterinnen sind. 

 

Waltraud berichtete von der Sitzung der Gautrachtenwarte im Landesverband. Dort wurde dringend empfohlen, dass jeder Verein eine Bestandsaufnahme aller Einzelheiten der Vereinstrachten machen solle, um die Eigenheiten und feinen Unterschiede zu dokumentieren. So wurden in der Vergangenheit immer wieder kleine Veränderungen vorgenommen, aber kein Mitglied kann mehr nachvollziehen, wann und vor allem warum dies geschah.

Wichtig ist, dass keine Uniformierung zwangsauferlegt wird. Wenn auch die Grundform der Trachten gleich ist, so kann die Ausgestaltung durchaus variieren. Gerade in den Volkstrachten sind z. B. unterschiedliche Farben und Muster ganz normal.

Beim Vortrag „Glaube und Brauchtum -Tracht“, wurde nochmal mit Nachdruck auf bestimmte Gegebenheiten hingewiesen, welche der echte Trachtler auch beherzigen sollte. So ist in der Fasten- und Adventszeit kein stehender Hutschmuck erlaubt, an Sonn- und Feiertagen ist ein weißes Hemd die erste Wahl, auch sollte an Fronleichnam die lange schwarze Hose getragen werden, weil „in“ die Kirche gegangen wird. Zu viel nackte Haut bei Männern und Weiberleit ist in konservativ religiösen Ländern auch heute noch nicht erlaubt.

So war es auch Hans Zapf (ehem. Landesverbandsvorsitzender) der eine Petition an den Vatikan sandte, sollten gottesfürchtige Mannerleit in kurzen Lederhosen eine Audienz erbeten, dass diese auch in Ihrer Landestracht die Ehrerbietung erhalten sollten. Bei angemeldeten Trachtengruppen wird dem seitens des Vatikan so statt gegeben.

Auch findet sich hier der Ursprung der Feldmesse: es war nicht schicklich in der Kurzen in die Kirche zu gehen, ergo verlegte man die heilige Messe nach draussen!   

Zum Thema „Tracht im Alltag“ und „Wann ziehe ich welche Tracht an“ verteilte Waltraud einen Artikel von Anja Voit, Brauchtumswartin vom Chiemgau-Alpenverband, der sehr gut beschreibt, dass man „Tracht leben und spüren muss“! Dann braucht`s dafür keine Regeln! 

Der Artikel wird auch demnächst im „Trachtler-Wiki“ auf der Internet-Seite des Donaugaus nachzulesen sein. Waltraud bat in dem Zusammenhang um Anregungen und Ideen zum Thema Tracht, die im Wiki für alle Trachtler zugänglich gemacht werden sollten. 

Sie bat auch darum, ihr mitzuteilen, wenn jemand besondere Fähigkeiten hat, wie z.B. beim Nähen, Stricken, Flechtfrisuren etc. Jeder kann sich als Referent/in einbringen. 

Der Frage, ob zukünftig ein solches Sachgebietstreffen auch im Rahmen der Gauversammlung stattfinden könnte, wurde allgemein zugestimmt. 

Zum Schluss wies Waltraud auf eine Reihe von Büchern zum Thema Tracht hin, die sie auch ausgelegt hatte, und äußerte noch einen Wunsch: die Trachtenwarte sollen ein verstärktes Augenmerk auf die Kinder- und Jugendtrachten legen.

Sie bedankte sich für die Teilnahme und bei den Paartalern Manching für die Nutzung ihres Vereinsheims und Versorgung mit Kaffee und Kuchen. 

Alle waren sich einig: es war ein interessanter Nachmittag, der regelmäßig, zumindest einmal jährlich, wiederholt werden sollte!

 

 

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