Öffentlichkeitsarbeit des Bayerischen Trachtenverbandes wird neu aufgestellt

Heimat- und Trachtenbote vor dem Aus

Nach fast genau einem Jahrhundert geht beim Bayerischen Trachtenverband eine Ära zu Ende: Der Heimat- und Trachtenbote (HTB), seit 1927 das traditionelle Sprachrohr der bayerischen Trachtler, wird zum 15. Dezember 2026 eingestellt. Veränderte Lesegewohnheiten, sinkende Abozahlen in Verbindung mit schwindenden Bereitschaften für Vereins- oder Einzelbezug sowie steigende wirtschaftliche Anforderungen haben den Chiemgau-Druck in Traunstein zu diesem Schritt veranlasst. Über Jahrzehnte hinweg wurde die Verbandszeitung von der Familie von Konrad Vogel zusammengestellt, gedruckt und versandt und begleitete Generationen von Trachtlerinnen und Trachtlern durch das Vereins- und Verbandsleben sowie durch das Trachtenjahr.

Die bevorstehende Einstellung des Heimat- und Trachtenboten war Anlass für eine außerordentliche Sitzung des Sachgebietes Öffentlichkeitsarbeit des Bayerischen Trachtenverbandes im TSV-Heim in Ingolstadt. Auf Einladung von Landesvorsitzendem Günter Frey und Sachgebietsleiterin Anna Felbermeir kamen Vertreter aus 18 Gauverbänden, Verantwortliche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Mitglieder des Landesvorstandes zusammen, um über die zukünftige Ausrichtung der Verbandskommunikation zu beraten.

In seinem Grußwort betonte Landesvorsitzender Günter Frey im Beisein seines Stellvertreters Christian Kammerbauer die Bedeutung eines starken Dachverbandes für die bayerischen Trachtler. Seit den ersten Gaugründungen um die Jahrhundertwende habe sich gezeigt, wie wichtig eine gemeinsame Vertretung gegenüber Politik, Gesellschaft und Medien sei. Der Bayerische Trachtenverband schaffe nicht nur Sichtbarkeit, sondern stärke auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der Trachtler im Freistaat. Die Diskussion machte deutlich, dass sich die Öffentlichkeitsarbeit in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert hat. Was früher über gedruckte Zeitungen, Vereinsanschläge oder Mitteilungsblätter vermittelt wurde, erfolgt heute über Internetseiten, Newsletter, soziale Medien sowie digitale Bild- und Filmbeiträge. Entsprechend breit sind mittlerweile die Aufgaben des Sachgebietes Öffentlichkeitsarbeit aufgestellt. Neben klassischer Pressearbeit gehören Marketing, moderne Medien, Schulungen und die Unterstützung der Gauverbände zu den wesentlichen Tätigkeitsfeldern.

Einigkeit bestand unter den Teilnehmern darüber, dass die Arbeit des Sachgebietes auch künftig unverzichtbar bleibt. Die Öffentlichkeitsarbeit soll weiterhin Ansprechpartner für Medien, Vereine und Verbände sein, Netzwerke pflegen, Hilfestellungen geben und für ein professionelles Erscheinungsbild des Bayerischen Trachtenverbandes sorgen. Mehrfach wurde hervorgehoben, dass gute Öffentlichkeitsarbeit wesentlich dazu beiträgt, die Anliegen der Trachtler sichtbar zu machen, neue Mitglieder zu gewinnen und das positive Bild der Trachtenbewegung in der Öffentlichkeit zu stärken. Besonderes Augenmerk lag auf den künftigen Kommunikationswegen nach dem Ende des Heimat- und Trachtenboten. Als zentrales Instrument soll ein neuer digitaler Newsletter aufgebaut werden, der kostenlos für alle Interessierten verfügbar sein wird. Geplant sind Informationen aus dem Bayerischen Trachtenverband, den Gauverbänden und den Vereinen. Durch kurze, interessante Beiträge und Bilder soll ein modernes Informationsangebot entstehen, das nicht nur Trachtler, sondern auch außenstehende Leser anspricht. Ergänzend wird geprüft, ob Ausdrucke gegen Kostenerstattung angeboten werden können.

Auch die Homepage des Bayerischen Trachtenverbandes soll grundlegend überarbeitet werden. Ziel ist eine einfachere Handhabung, damit sich alle Gauverbände aktiv einbringen und aktuelle Berichte sowie Termine selbst veröffentlichen können. Gleichzeitig sollen die sozialen Medien stärker genutzt werden. Angedacht ist unter anderem eine gemeinsame Plattform für kurze Filmbeiträge und Videoclips aus den Vereinen und Gauverbänden. Im Rahmen der Sitzung stellte sich auch Magdalena Gruber vor, die seit Oktober in der Geschäftsstelle die Bereiche Internet und soziale Medien unterstützt. Die junge Trachtlerin aus dem Inngau soll insbesondere den Ausbau der digitalen Kommunikationswege begleiten.

Zum Abschluss der Beratungen wurde festgehalten, dass das Sachgebiet Öffentlichkeitsarbeit auch in Zukunft eine zentrale Aufgabe innerhalb des Bayerischen Trachtenverbandes wahrnehmen wird. Die konkreten Maßnahmen sollen nun von einer Arbeitsgruppe weiter ausgearbeitet werden. Weitere Entscheidungen werden im Landesausschuss im März 2027 sowie bei der Frühjahrstagung des Sachgebietes Öffentlichkeitsarbeit Ende Mai 2027 im Trachtenkulturzentrum Holzhausen vorbereitet. So endet zwar die Geschichte des Heimat- und Trachtenboten nach 99 Jahren, die Öffentlichkeitsarbeit der bayerischen Trachtler schlägt jedoch zugleich ein neues Kapitel auf. Mit digitalen Angeboten, einem ausgebauten Netzwerk und modernen Kommunikationswegen soll die Stimme der Trachtler auch in Zukunft weithin hörbar bleiben.

Fotos: Hötzelsperger - Bei der außerordentlichen Sitzung des Sachgebietes Öffentlichkeitsarbeit des Bayerischen Trachtenverbandes in Ingolstadt diskutierten Vertreter aus 18 Gauverbänden die künftige Ausrichtung der Verbandskommunikation nach der Einstellung des Heimat- und Trachtenboten Ende des Jahres 2026.

 

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