„Lus zua“ – Mundarttag und Verleihung des Poetentellers in Deggendorf 2026
„Lus zua“ war der Titel des 27. Bairischen Mundarttags der Stadt Deggendorf. Ein vielfältiges Programm wartete auf die Teilnehmer, die überwiegend aus Mundartautoren aus Bayern, Thüringen, Österreich und Südtirol, auf Einladung der veranstaltenden Stadt Deggendorf anreisten, bestand. Für den Bay. Trachtenverband nahm Gisela Haußner, stellv. Sachgebietsvorsitzende Mundart-Brauchtum-Laienspiel, teil.
Der Freitag Abend stand unter dem Motto, „Zwischen Tür und Angel“ mit Kellner und Raith. Die beiden bekannten Gesichter der bay. Musikszene, boten ein abwechslungsreiches und stimmgewaltiges Mundart-Konzert.
“Bairisch für Verstand, Herz und Gemüt“ lautete der erste Vortrag am Samstag von Siegfried Bradl, Mundart-Experte und poetenteller-Preisträger. Auf unterhaltsame Weise nahm er das Publikum mit auf die Reise zu den Wurzeln der bairischen Sprache.
Danach machten sich die anwesenden Mundart-Poeten auf den Weg in die Seniorenheime der Stadt Deggendorf. Dort lasen sie aus ihren Mundartgedichten und Mundartgeschichten und erfreuten die Senioren eine vergnügliche Stunde lang.
Nach der Mittagspause gings mit „Gschlendert und gsunga“ mit Anita Neuhofer auf einen Mundart-Spaziergang durch die Stadt. Mit Mundart-Liedern im Gepäck weckte sie die Lust am gemeinsamen Singen.
„Vierzeilerei“ hieß der Gstanzl-Kurs mit Dr. Sebastian Daller. Er rückt mit dem Bezirk Niederbayern das Gstandl-Singen in den Mittelpunkt. Er vermittelte das Handwerkszeug und erklärte die Gesetzmäßigkeiten des Vierzeilern, sowie ihr Zusammenspiel mit dem Bairischen.
Gerald Huber, der langjährige Redakteur des Bay. Rundfunks nahm die Zuhörer mit dem Vortrag „Bairisch ausgedeutscht. - Geschichten vom wahren Hochdeutschen“, mit, auf einen fachkundigen Streifzug durch Herkunft, Wandel und Zukunft des Bairischen. Er zeigte lebendig und anschaulich, welche große Bedeutung der bairische Dialekt für Identität und kulturelle Verwurzlung hat.
Der Abend war ganz den öffentlichen Lesungen der Mundartautoren in den Deggendorfer Wirtshäusern gewidmet. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Seminars, hatten hier die Gelegenheit ihre Texte vorzutragen oder ihnen zu lauschen. Der gesellige Wirtshausabend wurde dabei von Volksmusik begleitet und aufgelockert.
Der Sonntag stand nach dem Gottesdienst mit Stadtpfarrer Martin Neidl in der Heilig-Grabkirche St., Peter und St. Paul, mit der Waidlermesse, gesungen von den „Geißkopfsängern“, ganz im Zeichen der Verleihung des „Potentellers“!
Im historischen Saal des Alten Rathauses fand der Festakt mit Poetenteller und Ehrengabe der Stadt Deggendorf zum Abschluss des Bairischen-Mundarttags statt. Für die geleistete Arbeit in der Dialektpflege wurde Gerald Huber vom Staatsminister Christian Berneiter der Poetenteller verliehen. Oberbürgermeister Dr. Christian Moser verlieh Josef Denk, Mundartdichter der Region, die Ehrengabe der Stadt Deggendorf.
Gisela Haußner, stellv. Sachgebietsvorsitzende Mundart-Brauchtum-Laienspiel
Bilder: Daniel Kainz, Stadt Deggendorf